Serie: Musiksymposion

1967– (1967–2005 Teil des steirischen herbst)

Das Musiksymposion ist beispielhaft für die breit gefächerte Ausrichtung des diskursiven Programms im steirischen herbst sowie dessen langfristige Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Institutionen der Stadt. Die Reihe mit ihrem Schwerpunkt auf Musikwissenschaften war in dieser Form einzigartig. Für das Musiksymposion bot der steirische herbst einen bedeutenden Kontext, stellten doch die Vorträge und Diskussionen eine ideale Ergänzung zu den Konzerten des musikprotokoll dar. Das Symposion begleitete den steirischen herbst von 1967 bis 2005.

Das Musiksymposion war ein Beitrag der Akademie für Musik und darstellende Kunst und basierte auf einem Konzept des Philosophen und Musikwissenschaftlers Harald Kaufmann. Dieser hatte die Leitung des 1967 gegründeten Instituts für Wertungsforschung übernommen, dessen Ansätze das Symposion verbreiten sollte. Nach Kaufmanns frühem Tod im Jahr 1970 übernahm der Musikwissenschaftler Otto Kolleritsch ‒ Bruder des langjährigen Präsidenten des Forum Stadtpark Alfred Kolleritsch ‒ die Leitung dieses Instituts und damit auch die Organisation der Reihe. Mit Kolleritsch wurde die Zusammenarbeit zwischen dem Institut und dem steirischen herbst enger. So folgte das Musiksymposion in manchen Jahren dem Leitmotiv des Festivals, etwa 1988 mit einer Ausgabe zum Schicksal der Moderne im gesellschaftspolitischen Kontext des 20. Jahrhunderts.

Zum Musiksymposion erschien jedes Jahr eine Publikation der Schriftenreihe Studien zur Wertungsforschung, die über Österreich hinaus rezipiert wurde und die Musikästhetik als wissenschaftlichen Forschungszweig zu etablieren half. Nach über dreißig Jahren übernahm 2002 Andreas Dorschel die Leitung des Instituts und somit des Symposions. Nach 2005 fand das Musiksymposion nicht mehr im Rahmen des steirischen herbst statt, blieb jedoch als Veranstaltung des Instituts für Wertungsforschung ‒ heute Institut für Musikästhetik ‒ bestehen.


Weiterführende Literatur

„Harald Kaufmann“, Kunstuniversität Graz, https://musikaesthetik.kug.ac.at/geschichte/geschichte/harald-kaufmann/, aufgerufen am 31.7.2021.

Retrospektive
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