Utopie und Monument I

Über die Gültigkeit von Kunst zwischen Privatisierung und Öffentlichkeit


Ausstellung, Öffentlicher Raum

Daten
25.9.–18.10.2009

Details
Ausstellungspavillon:
Platz der Freiwilligen Schützen (Bad zur Sonne)

Ort
Grazer Stadtgebiet
Graz

Produktionsangaben
Auftragswerk steirischer herbst

Projektsponsor Think!

Utopien und Monumente: Beide wurden in den letzten Jahren hart und kritisch analysiert, ihre Gültigkeit bestritten, wenn nicht bekämpft. Zeitgenössische Künstler, die im und mit dem öffentlichen Raum arbeiten, haben ihre Werke zunehmend durch Kommunikations- und Handlungsobjekte ersetzt und damit eine Form von öffentlicher Praxis entwickelt, die versucht, den Gegensatz zwischen Kunst und Öffentlichkeit zumindest in Ansätzen aufzuheben.

Aber gerade das, was wir als öffentlichen Raum bezeichnen, hat sich in den letzten zwanzig Jahren selbst radikal verändert und ist zum Spielball vor allem ökonomischer Interessen geworden. Sodass jegliche Gegensätze, die Öffentlichkeit eigentlich bedingen und die in ihr ausgetragen (oder aus ihr verdrängt) werden, neu formuliert werden müssen – und mit ihnen die Möglichkeiten eines Zugriffs durch die Kunst.

Welche Gültigkeit also hat Kunst – ist sie überhaupt noch ein maßgebliches Feld gesellschaftlicher Auseinandersetzung? Lässt sich Öffentlichkeit als Raum für Debatten gleicher Gültigkeit, für Gerede, Meinungen und Interessen noch zurückgewinnen, wenn sie denn vor allem kommerziell regiert wird? „Utopie und Monument“ – als zweijähriges Projekt im steirischen herbst angelegt – greift die Frage nach der Gültigkeit von Wertesystemen auf und stellt provokant zwei Begriffe zur Disposition, die aus der Debatte um Öffentlichkeit weitgehend verschwunden sind: die Utopie als Möglichkeits- und das Monument als Erinnerungsraum. Denn beides sind Portale in mögliche andere Organisationsformen von Öffentlichkeit, die uns erlauben, immer wieder aufs Neue zu fragen, wem der öffentliche Raum denn eigentlich gehört.

Das Projekt ist dem Andenken an Hartmut Skerbisch (1945 – 2009) gewidmet.

Kuratorin / Kurator: Sabine Breitwieser
Künstlerin / Künstler / Gruppe: Lara Almarcegui
Künstlerin / Künstler / Gruppe: Nairy Baghramia
Künstlerin / Künstler / Gruppe: Ayse Erkmen
Künstlerin / Künstler / Gruppe: Kooperative für Darstellungspolitik
Künstlerin / Künstler / Gruppe: David Maljkovic
Künstlerin / Künstler / Gruppe: Heather Morison
Künstlerin / Künstler / Gruppe: Ivan Morison
Künstlerin / Künstler / Gruppe: Nils Norman
Künstlerin / Künstler / Gruppe: Andreas Siekmann
Künstlerin / Künstler / Gruppe: Michael Zinganel
Künstlerin / Künstler / Gruppe: Dolores Zinny
Künstlerin / Künstler / Gruppe: Juan Maidagan

Mediathek

Retrospektive
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