Hannes Priesch
Braune Fahne (Brown Flag, 1979) / Fahnenspruch (Flag Motto, 2015) / Opferseelen (Sacrificial Souls, 2015) / Rot-Weiß-Rot (Red-White-Red, 2015)
Foto: David Kranzelbinder, mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und der Galerie artepari
Daten
20.9.2024–16.2.2025
Details
Braune Fahne (1979)
Mischtechnik auf Stoff, 195 × 48 cm
Fahnenspruch (2015)
Holz, Draht, Stoffe, Wolle, Stickereien, Aquarellfarben, ca. 260 × 50 cm
Opferseelen (2015)
Holz, Draht, Stoffe, Wolle, Stickereien, Aquarellfarben, ca. 260 × 50 cm
Rot-Weiß-Rot (2015)
Holz, Draht, Stoffe, Wolle, Stickereien, Aquarellfarben, ca. 260 × 50 cm
Ort
Neue Galerie Graz, Graz
Teil von
Horror Patriae: Ausstellung
Produktionsangaben
Braune Fahne (1979)
Neue Galerie Graz / Universalmuseum Joanneum
Fahnenspruch (2015)
Opferseelen (2015)
Rot-Weiß-Rot (2015)
Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und der Galerie artepari
Der Titel einer frühen Arbeit von Hannes Priesch, Braune Fahne, könnte als Anspielung auf die braunen Uniformen der SA verstanden werden. Ihr Format könnte einen zudem an die Flaggen erinnern, mit denen die Nazis alle Städte im Dritten Reich – auch Graz – schmückten. Allerdings besteht Prieschs Fahne aus Dreck, Staub und Schlamm, was einen an Zerstörung denken lässt.
In späteren Arbeiten wandte sich der Künstler von der Abstraktion ab und wählte einen eher konzeptuellen Ansatz. Anfang der 2000er-Jahre, als Österreich aufgrund des ersten großen Wiederaufstiegs der Rechtsextremen eine Zeit politischer Unruhe erlebte, kehrte er zur Form der Fahne zurück. Diese neueren Arbeiten zeigen verschiedene Versionen der österreichischen Flagge. Sie mischen ihre Farben mit zeitgenössischen Verweisen und Materialien und evozieren so den elenden Müll des Nationalismus und der Fremdenfeindlichkeit in einer Welt der billigen Konsumgüter und wachsenden Müllberge.
Retrospektive
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