Michèle Pagel
White Trash Bag #1 und #2 (2023)
White Trash Bag #1 (Stammhalter), Foto: Brandstaetter-Foundation, mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und Galerie Meyer Kainer, Wien
Daten
20.9.2024–16.2.2025
Details
White Trash Bag #1 (Stammhalter)(2023)
Weißer Beton, Stahl, 80 × 40 × 40 cm
White Trash Bag #2 (Infantin)(2023)
Weißer Beton, Stahl, 75 × 80 × 30 cm
Ort
Neue Galerie Graz, Graz
Teil von
Horror Patriae: Ausstellung
Produktionsangaben
Mit freundlicher Genehmigung der Galerie Meyer Kainer, Wien
Es hat etwas Unheimliches, fast Dystopisches, wie Michèle Pagel die Symbole und Mythen betrachtet, die den Kult des Ländlichen und Volkstümlichen ausmachen. Zwei mit Gips gefüllte Müllsäcke quellen aus korsettartigen Kostümen – eines für Mädchen, eines für Jungen –, wie sie bei Volksfesten und zu anderen Gelegenheiten getragen werden. Der Titel der Arbeit, die einfachen Materialien und das Gewicht der Skulpturen drücken die Beunruhigung aus, die die Künstlerin angesichts der Mobilisierung der „schweigenden Mehrheit“ durch rechte Ideologien, Fremdenfeindlichkeit und die Identitäre Bewegung empfindet.
Pagel verwirft die Idee eines „unschuldigen“ und „reinen“ ländlichen Raums. Sie verknüpft die Ästhetik des Brutalismus mit satirischer Überzeichnung und übersetzt das Schimpfwort „white trash“ in Skulpturen. Damit warnt die Künstlerin vor der Wiederbelebung nationalistischer Fantasien und deren touristischer Vermarktung an ein politisch schwer greifbares, aber rastloses und wirtschaftlich prekäres Publikum – ein Faktor, der nicht nur bei Volksfesten und Ähnlichem eine Rolle spielt, sondern mittlerweile auch die Wahlpolitik in Österreich und Deutschland bestimmt.
Retrospektive
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