Thomas Hörl
Ahnengalerie (2024)
Auftragswerk
Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers; © Bildrecht, Wien 2024
Daten
20.9.2024–16.2.2025
Details
Installation mit sieben Collagen, UV-Druck auf Alu-Dibond, Fototapete, ca. 450 × 1000 cm
Ort
Neue Galerie Graz, Graz
Teil von
Horror Patriae: Ausstellung
Produktionsangaben
In Auftrag gegeben und produziert von steirischer herbst ʼ24
In seiner neuen Installation schafft Thomas Hörl eine Porträtgalerie mit Perchten und verwandelt das Vestibül des Joanneums in ein Theater des Aberglaubens. Wie viele österreichische Künstler:innen ist Hörl mit diesen Sagengestalten aufgewachsen. Sein Verhältnis zu den maskierten und kostümierten Wesen ist ambivalent und spielerisch: Sie sind ein Quell der Angst – den Eltern und andere Vertreter:innen der Macht gegenüber Kindern einsetzen –, stehen aber zugleich für Geschlechterfluidität und eine Befreiung von kirchlicher Unterdrückung.
Hörls Protagonistin ist Frau Perchta, die meist als furchterregende alte Frau dargestellt wird, die in den Rauhnächten kommt, um zu schauen, ob die Kinder brav waren. Wenn nicht, schneidet sie ihnen in manchen Versionen die Bäuche auf und füllt diese mit Stroh. Frau Perchtas schillerndes Gefolge hat kein eindeutiges Geschlecht und kann entweder gut und schön (Schönperchten) oder böse und hässlich (Schiechperchten) sein.
Man sollte erwähnen, dass diese heidnische karnevalistische Tradition im Dritten Reich als Ausdruck des Deutschtums von Volkskundlern stark gefördert wurde.
Näharbeiten: Thomas Hörl, Peter Kozek
Fotos Tapete: Victor Jaschke
Grafik Tapete: Johannes Lang
Assistenz: Luis Prath
Druck: Cyberlab Wien
Retrospektive
Retrospektive