Ieva Epnere
Voices (2024)
Auftragswerk
Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin
Daten
20.9.2024–16.2.2025
Details
4K-Video, Stereoton, 8:20 min
Ort
Neue Galerie Graz, Graz
Teil von
Horror Patriae: Ausstellung
Produktionsangaben
In Auftrag gegeben und produziert von steirischer herbst ʼ24
Ausgerechnet in Graz gibt es einen Chor, der ausschließlich lettische Volkslieder singt. In ihm sind Lett:innen, Österreicher:innen und andere Nichtlett:innen vertreten. Ieva Epnere dient dieser Chor als Ausgangspunkt, um über die (De-)Identifikation mit der eigenen Heimat und die Hinwendung zu anderen Volkskulturen nachzudenken. Ihr Film porträtiert Menschen auf der Durchreise, die über Zugehörigkeit und Vertreibung, Verlust und Bewahrung reflektieren, während sie sich einen Weg durch die Stadt bahnen.
Halb choreografierte Bewegungen führen Sänger:innen in lettischer Tracht vom Schloßbergsteig hinab in die Stollen und wieder hinauf in die barocken Innenräume des Palais Attems. Ihre kurze Reise verfremdet das Bild von Graz und die starke Präsenz der steirischen Folklore, die nach dem Zweiten Weltkrieg ideologisch gereinigt und wiederbelebt wurde.
Der Chor singt derweil ein neues Stück von Krists Auznieks (geb. 1992), dessen Text aus einem lettischen Volkslied stammt. Er fragt, ob es sich lohnt, die eigene Kultur im Ausland zu bewahren, und ob dies möglich ist, ohne zum Nationalisten oder zur Nationalistin zu werden.
Retrospektive
Retrospektive