Renate Bertlmann
Butterblumendame (2000) / Rubbel-Los (2000)

Daten
20.9.2024–16.2.2025

Details
Butterblumendame (2000)
Ton, Wachs, Skalpell, Dildo, Plastik, Plexiglas, 71 × 71 × 70 cm

Rubbel-Los (2000)
Präservative, Skalpell, Karton, Holz, Plexiglas, 52 × 48 × 48 cm

Ort
Neue Galerie Graz, Graz

Teil von
Horror Patriae: Ausstellung

Produktionsangaben
Mit freundlicher Genehmigung der Silvia Steinek Galerie, Wien

Renate Bertlmanns Butterblumendame sieht auf den ersten Blick aus wie die religiöse Heimatkunst, die man im Grazer Volkskundemuseum und überall sonst in Österreich sieht. Bertlmann eignet sich diese kitschige Ästhetik an und hinterfragt mit ihrer Kombination aus katholischen Elementen und phallischen Figuren traditionelle Vorstellungen von Geschlecht auf eine Weise, die in der feministischen Avantgarde in Österreich einzigartig ist.

In Rubbel-Los hängen sieben Kondome von einem Rosenstrauß. Die bunten Latexstücke werden zu dekorativen Elementen. Die phallische Ordnung, die sie darstellen, erscheint frustriert, impotent und bedroht. Bertlmanns Arbeit denkt über Begehren und Lust, aber auch über die zutiefst katholischen Gefühle von Scham und Schuld und deren politische Funktion nach: Sie können entweder zur Kontrolle und Unterdrückung der Sexualität eingesetzt oder zur Schaffung eines emanzipierten, feministischen Subjekts gebannt werden. In diesem Sinne wertet Bertlmanns Werk den Kitsch auf, der gewöhnlich als Unterschichtenprodukt abgetan wird. Kitsch ist anziehend und abstoßend, berührend und eklig zugleich. Er bringt uns dazu, über unseren Voyeurismus und die Tabus in Bezug auf unseren Körper und unsere Sexualität nachzudenken.

Retrospektive
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