Symposion über Fotografie XV
Das Archiv
Symposion
Cor Dera, Hummingbirds, Symposium über Fotografie XV, steirischer herbst 1994, Foto: Torch Amsterdam
Daten
14.–16.10.1994
Ort
Forum Stadtpark
Graz
Mit dem SYMPOSION ÜBER FOTOGRAFIE, der seit 1979 im steirischen herbst stattfindenden Veranstaltung, zu der sowohl Theoretiker als auch Künstler eingeladen sind, stellt das Forum Stadtpark seine Beschäftigung mit Fragen der kulturellen, künstlerischen und gesellschaftlichen Wirkungsweisen des Mediums Fotografie in den Kontext der zeitgenössischen Kunst- und Theoriediskussion und überschreitet damit den Horizont einer Debatte um „künstlerische Fotografie“ im engeren Sinn. Die Relevanz dieser Symposien (deren Resultate gesamt in der Zeitschrift CAMERA AUSTRIA publiziert vorliegen) liegt aber nicht allein in dieser Verknüpfung von künstlerischen und theoretischen Beiträgen, sondern auch in der Aktualität ihrer Themenstellungen, die sich auf grundlegende Fragestellungen zeitgenössischer Kunstproduktion richten. So haben die Themen der letzten Jahre, „Das öffentliche Bild“ (1991) – Fragen zu Öffentlichem und Privatem, „So oder so nicht sein“ (1992) – eine Diskussion zum Begriff der Identität, und „KRIEG“ (1993), die ersten „Österreichischen Triennalen zur Fotografie“ begleitend zur Fragestellung des SYMPOSIONS ÜBER FOTOGRAFIE XV 1994 geführt: DAS ARCHIV als Ausgangspunkt und spezifische Methodik künstlerischer Arbeit.
Mit dem Begriff des „Archivs“– also mit Tätigkeiten wie dem Aufzeichnen, Sammeln, Speichern von Information als wesentlichem Aspekt künstlerischer Methodik – stellen wir die Arbeit des Künstlers gleichsam in den Bereich „industrieller Arbeitsteilung“ (Allan Sekula). Dieses Konzept wird die künstlerische und theoretische Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie (das ja immer gleichzeitig Gegenstand und Mittel der Katalogisierung war, Mittel der Institutionalisierung von Kontrolle und Macht, der Kriminalisierung, Vermessung und Verwaltung des Körpers, etc.) im Raum realer Zusammenhänge zur Diskussion, und die sich aus den diversen Anbindungen künstlerischer Praxis an (wissenschaftliche) Erkenntnis- und Ordnungsstrategien ergebenden Fragen in den Mittelpunkt dieser Vortragsveranstaltung stellen.
Symposionsteilnehmer:innen: Monique Behr, James Lingwood, Roberta McGrath, Herta Wolf, Henri Bond, Liam Gillick, Cor Dera, Hans-Peter Feldmann, David Goldblatt, Ken Lum, Andrea van der Straeten, Jindrich Streit, Christopher Williams
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Retrospektive
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