2016

steirischer herbst ’16
Wir schaffen das. Über die Verschiebung kultureller Kartografien

Intendanz
Veronica Kaup-Hasler

Festivaldaten
23.9.–16.10.2016

Kuratorisches Team
Leitender Dramaturg: Martin Baasch

Dramaturg: Flori Gugger

Produktionsdramaturgin: Petra Pölzl

Kurator Bildende Kunst: Luigi Fassi

Musikkurator Club: Norman Palm

Künstlerische Assistenz: Johanna Rainer

Musikprotokoll: Susanna Niedermayr, Elke Tschaikner, Fränk Zimmer

„Es ist nicht verwunderlich, wenn in diesem Jahr auch in der Kunst ein Thema vorherrscht, das uns alle mehr denn je bewegt: das alte Europa und sein Verhältnis zum Rest der Welt. 
Die realen politischen Verhältnisse, die Flüchtlingsbewegungen und die damit einhergehende Diskussionen belegen, wie sehr dieses Europa zur Disposition steht – politisch, wirtschaftlich, kulturell, ethisch – und unter massiven Druck geraten ist, sowohl von innen wie auch außen.“
„Vermessen erinnern wir im diesjährigen Leitmotiv ‚Wir schaffen das. Über die Verschiebung kultureller Kartografie‘ an einen Ausspruch von Angela Merkel, die wiederum Barack Obama zitiert – eine vielleicht naive und folgenschwere Aussage, die aber ein Hinweis darauf ist, was der utopische Gehalt von Europa sein könnte: eine Gemeinschaft demokratischer Staaten, eine Zone, die Grundwerte des menschlichen, friedlichen Zusammenlebens garantiert, eine Solidargemeinschaft, die – wie in den meisten Verfassungen verankert – Chancengleichheit, freien Zugang zu Bildung und soziale Absicherung garantiert. Und gemeinsam Wege findet, den Herausforderungen dieser Zeit pragmatisch und angstfrei zu begegnen. 
Themen und Fragen wie diese durchziehen das Programm des steirischen herbst 2016, finden sich auf vielfältige Weise in künstlerischen und kuratorischen Setzungen wieder.“ 
—Veronica Kaup-Hasler

Das alte Europa und sein Verhältnis zur Welt waren 2016 nicht nur Thema des steirischen herbst. Wir schaffen das. Über die Verschiebung kultureller Kartografien lautete das Leitmotiv, mit dem sich unter anderem die Konferenz Welcome to the former West. Mental maps and decolonial perspectives on the here and now im Orpheum beschäftigte. Im Schauspielhaus erzählte der Schweizer Theater- und Filmemacher Milo Rau mit seinem International Institute of Political Murder in Empire die Geschichte von Menschen, die als Flüchtlinge nach Europa kamen oder an seinen Rändern ihre Heimat haben, und stellte dabei die Frage: „Sind Europas uralte Traditionen gefährdet oder ist die Migration nicht einfach eine davon?“

Die katalanische Künstlergruppe El Conde de Torrefiel warf mit Guerrilla einen Blick auf die verborgenen Ängste von Grazer Bürger:innen, und der angolanische Künstler Kiluanji Kia Henda schuf in Seggauberg als Auftragsarbeit seine bislang größte Land-Art-Setzung aus hunderten Eisenstangen: ein Mahnmal für Menschen, die auf der Flucht vor Kriegen oder sonstigen lebensfeindlichen Situationen ihr Leben gelassen haben. Weitere Außenstationen waren das südsteirische Leutschach, wo das Dokumentartheaterduo Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura in performativen Wanderungen Grenzziehungen in der Geschichte der Region nachspürte, oder der Hugo Wolf Saal in Leibnitz, wo die griechische Blitz Theatre Group einen surrealen Totenwalzer in den Trümmern Europas inszenierte.

Die Eröffnung gestaltete Philippe Quesne mit Die Nacht der Maulwürfe (Welcome to Caveland!) in der Helmut List Halle. Im Orpheum zeigte Apichatpong Weerasethakul seinen Film Cemetery of Splendor und seine erste Bühnenarbeit Fever Room als Erstaufführung im deutschsprachigen Raum.

Programm

Eröffnung

Theater / Tanz / Performance / Film

Cross Over

Bildende Kunst

Theorie / Diskurs

Musik

Dokumentar

Festivaleröffnung

23.09., 19:30 
Helmut List Halle
Philippe Quesne (FR) - The night of the Moles (Welcome to Caveland!)

Veranstaltungsorte

< rotor >

Arrival Zone

Arrival Zone, < rotor >

Arrival Zone, Pavillon im Volksgarten, Orpheum

Camera Austria

Dom im Berg

Forum Stadtpark

Galerie Marenzi Leibnitz, Seggauberg Leibnitz

Grazer Kunstverein

HDA - Haus der Architektur Graz

Hauptplatz Leibnitz, Kniely Haus Leutschach

Helmut-List-Halle

Helmut-List-Halle, Kunsthaus Graz / Space05

Hugo Wolf Saal, Leibnitz

Kniely Haus Leutschach

Kniely Haus Leutschach, Heurigenschank Fedl Allerheiligen bei Wildon, Orpheum Extra, Marenzikeller Leibnitz

Kunsthalle Graz

Kunsthaus Graz

Kunsthaus Graz / Space 01

Kunsthaus Graz / Space 02

Kunsthaus Graz / Space05

Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien

MUMUTH

Neue Galerie Graz

ORF 2

ORF Radio Steiermark, Kniely Haus Leutschach, Rathaus Leibnitz, Forum Stadtpark

Orpheum

Orpheum Extra

Pavillon im Volksgarten

Schauspielhaus Graz

TU Graz / Neue Chemie

Volksgartenstraße 4-6

esc medien kunst labor

the smallest gallery - collaboration space

Publikationen

Programmbuch des steirischen herbst 2016: steirischer herbst festival gmbh, steirischer HERBST (Graz:  2016)

steirischer herbst festival gmbh, herbst. Theorie zur Praxis (Graz: 2016)

Zasha Colah (Hg.), body luggage. migration of gestures (Berlin: Archive Books, 2016)

Nathalie Ofenböck, Nino Mandl, Das grüne Album. Wiener Reise durch die Steiermark (Graz: steirischer herbst, 2016)

→  Hier erhältlich

Retrospektive
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